Mittwoch, 12. November 2014

Nachgeschlagen: Fluorid

Fluoride in Zahnpflegeprodukten

Fluoride sind Fluorverbindungen, die in fast jeder Zahnpasta enthalten sind. Sie sollen vor Karies schützen und den Zahnschmelz härten. Wenn man jedoch im Internet nach Fluoriden sucht, findet man vorwiegend kritische Beiträge.

Fluor kommt in der Natur in Luft, Wasser und Lebewesen vor, allerdings nur in sehr geringen Konzentrationen.
Das gängigste Fluorid in der Zahnpflege ist Natriumfluorid (Sodium Fluoride). Man findet aber auch Kalziumfluorid (Calcium Fluoride) und Aluminiumfluorid (Aluminium Fluoride) sowie Sodium Monofluorophosphate und vereinzelt Stannous Fluoride in Zahnpflegeprodukten.

Einige Studien zeigen auf, dass sich durch den vermehrten Einsatz von Fluoriden in Zahnpasten der Kariesbefall in Deutschland verringert hat. In einigen Ländern wird deshalb sogar das Trinkwasser fluoridiert. In Deutschland wurde dies jedoch verboten. Dafür wird einigen Produkten wie Speisesalz und Mineralwasser Fluorid beigegeben.

Trotz des Kariesschutzes bringen Fluoride enorme Nachteile mit sich, denn sie sind in großen Mengen giftig. Deshalb werden sie auch als Pestizide eingesetzt. Bei einer Überdosierung kann es zu allgemeinen Vergiftungserscheinungen kommen.
Die Toxizität der genannten Fluoride unterscheidet sich jedoch voneinander, was mit ihrer Löslichkeit zu tun hat. So ist Natriumfluorid (Sodium Fluoride) giftiger als beispielsweise Calciumfluorid, da das Natrium mit dem Fluor keine sonderlich feste Bindung eingeht während Calcium und Fluor eine sehr feste Bindung eingehen. Durch die lockere Bindung von Natriumfluorid kann es bei der Einnahme zu Calciummangel kommen, da das Fluor sich vom Natrium löst und sich eher mit im Körper vorhandenem Calcium bindet. Das führt wiederum zu Stoffwechselstörungen und kann u.a. die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauferkrankungen und Leber- sowie Nierenschäden begünstigen.

Neben dem Schutz vor Karies härten Fluoride auch den Zahnschmelz. Zahnschmelzhärtung klingt zwar im ersten Moment gut, ist aber nicht wirklich von Vorteil, denn härtere Zähne verlieren ihre Elastizität und brechen so schneller als etwas “weichere” Zähne. Das nennt man Zahnfluorose, wobei erste Anzeichen leichte Verfärbungen der Zähne sind. Genauso verhält es sich mit den Knochen. Bei einer Überdosierung von Fluoriden werden die Knochen immer härter, wodurch es zu Knochenfluorose kommt. Dabei werden die Knochen brüchiger, steifer und spröder, da ihnen die natürliche Elastizität fehlt und es kommt schneller zu Knochenbrüchen.


Die Alternativen

Da Kariesbakterien Zucker zur Vermehrung benötigen, sollte man darauf achten den Zuckerkonsum so gering wie möglich zu halten bzw. nach dem Zuckerverzehr die Zähne zu putzen, damit dieser nicht lange im Mundraum bleibt.
Weißer raffinierter Industriezucker verursacht am schnellsten Karies. Deshalb sollte man lieber auf Vollrohrzucker oder alternative Süßungsmittel wie Ahornsirup, Honig oder Stevia zurückgreifen, wobei diese auch nicht maßlos verzehrt werden können ohne Karies zu fördern.

Der einzige Zucker, der nicht nur kein Karies fördert, sondern sogar dagegenwirkt ist Birkenzucker (Xylit/Xylitol).
Xylit wird aber nicht nur als Süßungsmittel für Lebensmittel, sondern auch als kosmetischer Inhaltsstoff Xylitol in fluoridfreien Zahnpasten verwendet.

Auch Calcium Fluoride können eine Alternative sein, denn sie sind weitaus ungefährlicher als Natriumfluoride, da sie schwerer löslich sind, also in ihrer Verbindung besser zusammenhalten. Sie sind dadurch nicht wasserlöslich und werden im besten Fall vom Körper einfach wieder ausgeschieden.
Fluoride in geringen Mengen sind wohl recht harmlos, aber genau lässt sich kaum sagen wie viel Fluorid wir tagtäglich zu uns nehmen, da es in vielen Produkten (Wasser, Salz, Obst, Gemüse) enthalten ist, und somit nicht genau quantifiziert werden kann. Die Grenze zur Giftigkeit kann also jederzeit überschritten werden, ohne dass wir es merken. Deshalb werde ich auf Fluorid in Zahnpflegeprodukten verzichten.

Ganz ohne kariesschützende Inhaltsstoffe ist mir die Zahnpflege dann aber doch nichts.
Deshalb werde ich zukünftig Zahnpasten mit Xylitol verwenden, da dieser Inhaltsstoff ebenfalls vor Karies schützt bzw. dem sogar entgegenwirkt. Der einzige Nachteil dieses Zuckers ist, dass er bei manchen Menschen anfangs abführend wirken kann (aber das eher bei Verzehr, nicht in Mundpflegemitteln).


Ich werde euch demnächst einige Zahnpflegeprodukte vorstellen, die kein Fluorid enthalten, dafür aber durch das enthaltene Xylitol vor Karies schützen.


Verzichtet ihr ebenfalls auf Fluorid in eurer Zahnpflege oder haltet ihr die ganze Fluorid-Debatte eher für eine Art Verschwörungstheorie? Welche Produkte verwendet ihr für eure Zähne?

Kommentare:

  1. Ich verzichte nicht auf Flourid und ja, ich halte das für eine Verschwörungstheorie.
    Wenn man sich die Quellen der Debatte so anschaut, sind die doch recht dubios.
    Während meiner Recherche, habe ich in zwei Zahnarztpraxen nachgefragt (sowohl
    Zahnärzte als auch Dentalhygienikerinnen) und die Antwort lautete: man solle
    auf jeden Fall flouridhaltige Zahncreme benutzen (die fanden meine Nachfragen z.T,
    recht obskur; scheint mir mal wieder so ein NK-Ding zu sein, da wird ja gern mal
    gegen "Chemie" gewettert und dabei vergessen, dass selbst Wasser "Chemie" ist^^).

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    1. Ja, manche Theorien muten schon ganz schön verschwörerisch an x) ...viele behaupten dann so Dinge wie: "Der Staat will uns vom Denken abhalten und gibt uns deshalb Fluorid, das die Hirnaktivität einschränken soll" und so weiter ^^ ...das halte ich auch für sehr kurios. Andererseits ist Xylitol ebenfalls wirksam gegen Karies und deshalb nutze ich lieber Xylitol, dem bisher keine möglichen Nebenwirkungen zugeschrieben werden. Fluorid nimmt man ja sowieso durch Nahrung und Wasser auf. Ich denke die Menge macht's (und die kann eben wegen der zusätzlichen Aufnahme von Fluorid durch Nahrung etc. nicht eindeutig bestimmt werden). Aber auch bei Zahnärzten etc. gibt es sehr unterschiedliche Meinungen zum Thema. Liebe Grüße (:

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    2. Wie das leider so meist der Fall ist, findet man gerade was Inhaltsstoffe & Co. angeht immer sehr viele widersprüchliche Infos und wenige (frei verfügbare wissenschaftliche Studie).
      Was sind denn die Nebenwirkungen von zuviel Flourid - außer einer Dentalfluorose? Und selbst da würde ich das Risiko doch eher gering einstufen. Die Flouridzufuhr über Lebensmittel liegt bei, ich weiß nicht genau, unter 1mg? Und in Deutschland gibt es ja keine Trinkwasserflouridierung. Ich meine für die Zähne ist es auch entscheidend, dass das Flourid direkt an eben diese gebracht wird, um dort wirken zu können.
      Mit Xylitol werde ich mich aber mal näher beschäftigen - tönt spannend! Für bessere Alternativen bin ich immer offen! :)

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    3. Das stimmt...dazu gibt es so viele Theorien und Meinungen, dass man sich da erst mal durchfinden muss! Es gibt beispielsweise ein Dorf in Indien (soweit ich das richtig in Erinnerung habe), wo das Trinkwasser so stark fluoridiert war (bzw. so viel Wasser getrunken wird), dass es zu Knochenfluorose kam (so poröse Knochen, die nicht mehr elastisch sind und deshalb schneller brechen). Dasselbe gilt natürlich auch für Zähne. Aber wie du schon sagst ist die Fluoridaufnahme bei uns eher gering, aber das kann man eben nicht so genau beziffern. Da Fluorid generell bei Einnahme ab einer bestimmten Menge giftig ist wähle ich lieber die Alternative (: ...aber das muss natürlich jeder durch eigene Recherchen für sich selbst entscheiden. Ich bin auch mal gespannt auf den nächsten Zahnarztbesuch ^^ ! Liebe Grüße (:

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    4. Na ja, aber was wirkt denn ab einer bestimmten Konzentration nicht toxisch? Ich kann auch an einer Wasservergiftung sterben...Es werden immer so extreme Beispiele als Beleg herangeführt, die dann für bare Münze genommen werden. Siehe die leidige Aluminiumchlorid-Diskussion...

      Vielen Dank für den Xylitol-Tipp! Ich habe mich da jetzt ein wenig eingelesen (obwohl der zweite Treffer das unsägliche Zentrum der Gesundheit in der Google-Suche ist^^) und ich bin echt überrascht, dass es da scheinbar valide Studien gibt und tatsächlich ein Zuckeralkohol eine echte Alternative darstellt. Großartig! :)

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    5. Ja, wie man so schön sagt "Die Menge macht das Gift." (: ...freut mich, dass ich dir einen Tipp geben konnte. Liebe Grüße (:

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  2. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/wie-gefaehrlich-ist-das-fluorid-in-der-zahnpasta-a-946074.html ich studiere selber Chemie und halte diesen Artikel für glaubwürdig, NaCl ist in geringeren Dosen tödlich als NaF... das sagt schon alles, lieber auf das Essen achten, die Mengen gegen Karies wirken sind bestens bekannt.
    http://kohle-zahnpasta.eu/xylitol_xylit-als-fluorid-alternative-zur-kariesprophylaxe/ das hier scheint realistisch zu Xylol zu stehen, obwohl es beworben wird. "Der Rest (circa 2/3 der oral aufgenommenen Menge) gelangt in den Dickdarm, wo er von Darmbakterien abgebaut wird. Bei seiner Vergärung entstehen Gase und freie Fettsäuren wie Buttersäure, die die Darmschleimhaut reizen können." finde ich besonders schön, und zeigt mal wieder, dass alles Vor- UND Nachteile hat, von einem der beiden Sachen ab zu raten ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht sinnvoll, das ist eher Geschmackssache

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  3. Sorry, bitte das mit NaF vs. NaCl im Geiste streichen, finde keine vergleichbare LD50, ist daher nicht für mich spontan belegbar

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    1. Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und die zusätzlichen Quellen (: . Da hast du recht: im Endeffekt ist das Geschmackssache und jeder muss für sich selbst entscheiden, was er sinnvoller findet. Ich persönlich nutze nun seit über 2 Jahren Produkte mit Xylitol statt Fluorid und habe keinerlei Probleme damit. Dass ich auch nicht übermäßig viele Fertigprodukte und Süßigkeiten esse kommt de Ganzen wahrscheinlich noch zugute. Für mich ist das einfach eine perfekte Alternative, selbst wenn Fluorid in gewissen Mengen doch keine gravierenden Nebenwirkungen hat. Liebe Grüße (: .

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