Sonntag, 30. Oktober 2016

Kosmetik aussortieren, Entsorgungsalternativen und bewussterer Konsum


Momentan scheint das Ausmist-Fieber umzugehen, das auch mich wieder mal gepackt hat. Generell habe ich mich schon immer recht schnell von vielen unnützen Dingen trennen können, insbesondere nach dem Lesen des Buches „Magic Cleaning“ von Marie Kondo. Wie oft ich dieses Buch schon empfohlen habe x) . Bei der lieben Phine könnt ihr euch in die Kernaussagen des Buches hineinlesen und findet auch noch weitere Lese- und Videotipps zum minimalistischen Lebensstil.
Ich möchte aber gleich vorweg sagen: ich bin kein Minimalist und setzte mir das auch nicht zum Ziel. Ich denke, dass für jeden Menschen Dinge eine andere Bedeutung haben und deshalb jeder für sich selbst entscheiden muss wie viel er selbst besitzen möchte. Aber nicht umsonst heißt es „Besitz verpflichtet“ und so fühle ich mich von zu vielen Dingen erdrückt. Mein Ziel ist es nur noch Dinge zu besitzen, die ich wirklich mag und nutze, mich einfach mit Dingen umgeben, die mein Leben wahrhaftig bereichern. Dennoch habe ich (als Beautybloggerin) natürlich trotz Ausmistaktion überdurchschnittlich viele Kosmetikprodukte, einfach weil es mein Hobby ist, das mir sehr viel Freude bereitet (: . Zu viele Kosmetikprodukte aber können diese Freude sehr schnell in Stress und ein Gefühl der Verpflichtung verwandeln, wie es Karin kürzlich sehr persönlich beschrieben hat. Und so wurde es pünktlich zum Umzug Zeit mir mal wieder meine gesamte Produktpalette vorzunehmen und zu überlegen: möchte ich wirklich meine Zeit (und Gedanken) in dieses oder jenes Produkt investieren?

WIE ENTSCHEIDE ICH, OB ICH EIN PRODUKT BEHALTE ODER NICHT?
Zuallererst hilft es mir ungemein, wenn ich wirklich das ganze Ausmaß meiner Produktsammlung vor mir sehe. Deshalb habe ich meine gesamten Bestände buchstäblich vor mir auf dem Boden ausgebreitet und nach Produktkategorien sortiert. Danach bin ich jede Kategorie einzeln durchgegangen und habe mich ernsthaft gefragt wie groß die Wahrscheinlich ist, dass ich die vorhandene Anzahl an Produkten in naher Zukunft benutzen und letztendlich leeren kann. Meist war die Wahrscheinlichkeit nicht sonderlich groß x) . Und so wurden konsequent die Produkte aussortiert, zu denen ich aus irgendwelchen Gründen nicht so häufig greife wie zu anderen, z.B. weil ich Geruch oder Konsistenz nicht mag oder weil ich einfach bereits ein oder mehrere Produkte dieser Kategorie besitze, die ich ständig nutzen möchte. Gerade dort fällt es mir nicht leicht wirklich ehrlich zu sein, aber ich bin eigentlich ein ziemlich „eingefahrener Kosmetiknutzer“ und weiß, was ich gern trage und was ich eigentlich nicht wirklich brauche und wozu ich daher selten greife. Beispielsweise mag ich sehr gern all-in-one-Produkte, die es mir erlauben aus vier Schichten eine zu machen wie beispielsweise BB Creams mit integriertem Lichtschutz. Das spart Zeit und Platz im Schrank. Daher versuche ich mich zukünftig nicht mehr von der hundertsten Tagescreme verführen zu lassen, die ich gar nicht so schnell leeren kann wie es etwas Neues auf dem Markt gibt, das eventuell noch interessanter ist.
Sobald nur eine winzige Kleinigkeit gegen ein Produkt sprach habe ich versucht mich von diesem zu trennen, so lange es Produkte der Kategorie gab, die ich lieber mochte. Dabei war ich bei den pflegenden Produkten deutlich strenger als im dekorativen Bereich, weil ich dort schon gern etwas Auswahl habe. Sehr stolz war ich dann allerdings, als meine gesamten dekorativen Lieblinge Platz in zwei „Besteckkästen“ fanden (passgenau), die ich zur Aufbewahrung in meinem Schminktisch nutze. Das ist verglichen mit anderen Frauen vermutlich immer noch sehr viel, aber so fühle ich mich momentan sehr wohl damit (: .

WIE KANN ICH DIE VERBLEIBENDEN PRODUKTE AM BESTEN NUTZEN?
Eigentlich peinlich, aber ich bin so ein Perfektionist, dass ich die Umverpackungen der Produkte, die meist ja auch sehr schön gestaltet sind, nicht wegwerfen konnte. Für Fotos behielt ich sie, manchmal sogar noch, nachdem das eigentliche Produkt bereits geleert war. Und auch leere Verpackungen, die ja irgendwann mal für DIYs gut sein könnten, verstopften meine Schubläden. Aber mal ehrlich: wie oft werde ich mir einen Reinigungsschaum selbst mischen? Und wie oft werde ich mir etwas in einem Lidschatten-Probedöschen mischen? Zumindest nicht oft genug, um haufenweise leere Döschen zu rechtfertigen. Produkte, die sich noch immer in Umverpackungen befinden, nutze ich weniger häufig, weil es umständlicher ist ein Produkt vor jeder Nutzung erst auszupacken. Deshalb habe ich zuallererst radikal alle Umverpackungen entsorgt. Zukünftig möchte ich auch Produkten beim Neukauf Vorrang lassen, die keinerlei Umverpackung besitzen, sodass ich dort einfach weniger Müll produziere und gar nicht erst in die Versuchung komme schöne Verpackungen zu horten.
Die Organisation meiner dekorativen Produkte in Besteckkästen macht meine Produktauswahl außerdem sehr übersichtlich für mich, da sich keine Produkte unter anderen verstecken und die Produktkategorien geordnet sind. Das Pressen meiner losen Lidschatten und Zusammenstellen in eigenen Lidschattenpaletten, wie ich es euch hier gezeigt habe, hat mir auch sehr bei der Organisation geholfen. Ich greife im Alltag einfach häufiger zu gepressten Lidschatten als zu Pigmenten.
Auch die pflegenden Produkte habe ich nach Kategorien sortiert und teilweise in offenen Kisten zusammenhängend gelagert. So weiß ich immer ganz genau wie viele Produkte einer Kategorie ich besitze und kaufe nicht aus Versehen Neues, bevor meine Bestände geleert sind. Einen Tipp von Jenni beherzige ich übrigens noch immer: immer erst dann ein neues Produkt öffnen, wenn das alte geleert ist. Nun, es klappt nicht immer, hilft aber ungemein nicht 5 parallel geöffnete Produkte einer Kategorie zu haben, die unter Umständen allesamt schlecht werden, bevor man sie leeren konnte.

UND WOHIN MIT DEN GANZEN AUSSORTIERTEN PRODUKTEN?
Das Aussortieren von Produkten fällt mir meist nicht so schwer, allerdings würde ich niemals ein Produkt in den Müll schmeißen, das sich noch verwenden ließe und für das man irgendwann einmal eventuell etwas mehr Geld ausgegeben hat. Für mich ist das ganz und gar nicht nachhaltig, wo jemand anderes sich über dieses Produkt vielleicht freuen würde, während wir vor lauter Überfluss gar nicht mehr wissen wohin damit. Aus diesem Grund brauche ich immer einen Plan für alle aussortierten Produkte. Immerhin geht es uns so gut, dass wir uns überhaupt um solche Dinge Gedanken machen können und von zu vielen Produkten „erdrückt werden“, während es ganz andere Probleme auf der Welt gibt. Spenden kann man (geöffnete) Kosmetikartikel soweit ich weiß nicht und vermutlich bräuchten bedürftige Menschen auch eher anderes als Lidschatten und Foundation.
Einige Produkte lassen sich aber auf Plattformen wie Kleiderkreisel noch sehr gut verkaufen, vor allem ungeöffnete. Zumindest nach meiner Umstellung auf Naturkosmetik bin ich dort sehr viele konventionelle Produkte losgeworden. Naturkosmetikspezifischer wird es beispielsweise in Facebook-Gruppen wie der Naturkosmetikbörse. Ich selbst habe dort noch nichts verkauft, andere aber scheinen dort aussortierte Produkte ganz gut loszuwerden. Auch auf instagram kann man unter dem Hashtag #instasale einiges verkaufen. Das Verkaufen geöffneter Produkte klappt allerdings am besten bei teureren Produkten und man darf nicht zu viel davon erwarten. Für den eigenen Geldbeutel und das Kosmetik-Gewissen ist diese Variante allerdings ganz gut, da man dann nicht das Gefühl hat man hätte Unmengen Geld zum Fenster rausgeworfen. Günstigere Produkte lassen sich dagegen besser verschenken. Wenn Familie und Freunde nichts mehr davon möchten kann man ebenfalls auf Kleiderkreisel Päckchen zum Verschenken anbieten. Dabei übernimmt der Beschenkte dann die Versandkosten, womit ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Dadurch wird man viele Produkte sehr schnell los.

WIE KANN ICH KÜNFTIG BEWUSSTER KONSUMIEREN?
Schon seit einer gefühlten Ewigkeit wünsche ich mir eine kleine Auswahl mit multifunktionalen Produkten, kann aber als Beautybloggerin dem Kaufreiz nicht oft standhalten. Besonders Rabattaktionen sorgen regelmäßig für Schnappatmung und den unbändigen Drang bei mir alle Produkte meiner Wunschlisten in den Warenkorb zu packen. Im Zuge meiner Ausmistaktion habe ich nun eine Art Inventurliste mit all meinen Produkten erstellt. Das war vielleicht Augen öffnend sage ich euch. Ja, ich bin ein Listenfreak und finde es toll, dass ich nun all meine Produkte schwarz auf weiß vor mir habe und sehe welche bereits geöffnet sind, welche nicht und ob ein Neukauf Sinn machen würde oder mehr als unvernünftig wäre. Vor jedem Online-Neukauf (das sind die schlimmsten bei mir) nehme ich mir nun vor erst einmal in meine Liste zu schauen, die ohnehin auf meinem PC gespeichert ist. Ich könnte auch Stunden damit zubringen mir zu überlegen welches Produkt meiner Liste ich denn nun als nächstes aufmachen und benutzen werde, wenn das derzeit genutzte sich dem Ende neigt und in welcher Pflegekombination es sich am besten machen würde x) . An alle Verrückten: bitte sagt mir, dass ich damit nicht alleine bin x) . Wem geht es noch so?




Ich hoffe, dass euch das Thema „Ausmisten“ noch nicht auf den Keks geht und ich euch eventuell ein paar Anregungen geben konnte (: . Wie zufrieden seid ihr mit der Anzahl eurer Kosmetikartikel? Nutzt ihr alles oder fühlt ihr euch auch manchmal erdrückt, wenn ihr eure Schubladen öffnet? Und habt ihr Marie Kondo gelesen (: ?

Kommentare:

  1. Liebe Theresa,
    ein wirklich toller Bericht! Genervt bin ich noch nicht, denn es regt mich ebenfalls an, meinen Konsum zu hinterfragen. Und auch fühlt sich jeder mit anderen Dingen glücklich. Ich umgebe mich ganz gern mit schönen, vl auch manchmal unnützen Dingen, die mir aber etwas bedeuten.
    Ich finde auch Deine Einschätzung ganz, ganz wichtig, die du machst: Wir haben den Luxus uns über solche Dinge den Kopf zu zerbrechen. Anderen geht es nicht so gut und vl schätzt man auch dadurch einmal mehr, wie gut es einem eigentlich geht.

    Mit Deiner Mail diese Woche hast Du mich auch zum Aussortieren ein bisschen ermuntert: Ich mache es schon lange so, dass ich aus jeder Produktkategorie nur ein, maximal zwei Produkte in der Pflege (z.B. 1 Reinigungsmilch, 1 Hydrolat, 2 Gesichtsöle) nutze. Auch weil meine Haut so ein Product-Hopping nicht so dolle findet. Bei Make-up und Co halte ich es ähnlich wie Du.
    Jedenfalls habe ich gestern aus Deiner Ermunterung heraus einen kleinen Blogsale versucht – obwohl Sale zuviel gesagt ist, denn das meiste verschenke ich. Hast Du damit schon Erfahrung gemacht?

    Grünste Grüße

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    1. Liebe Kathleen,
      ich finde wichtig, dass jeder sich mit seinem Besitz wohlfühlt. Wenn man gern etwas mehr hat, vielleicht viele Erinnerungsstücke, und sich daran erfreut, ist das doch Sinn der Sache (: .
      Ich bin gespannt wie dein Blogsale läuft (: . Ich wünsche dir ganz viel Erfolg damit. Melde dich gern deshalb zurück, vielleicht würde ich das auch mal probieren (: . Ganz liebe Grüße.

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  2. Ach, ich lese solche Beiträge sehr sehr gerne, ich bin auch im permanenten Ausmist- und Umräum Fieber :D Schmunzeln musste ich beim Foto mit den Umverpackungen, schön, dass ich nicht die Einzige bin. Ich habe mich auch erst kürzlich von einem ganzen Haufen solcher hübschen aber völlig unnützen Verpackungen befreit :D
    Marie Kondo habe ich zwar gelesen, aber ehrlich gesagt konnte ich nicht so viel "neues" mitnehmen und war ziemlich genervt ständig zu lesen, dass man alles radikal wegschmeißen soll. Verkaufen, Verschenken, Spenden es gibt so viele Möglichkeiten...
    Kosmetik habe ich auch erst aussortiert und werde das jetzt in einer FB Gruppe als Wanderpaket auf die Reise schicken. Meine Mädels sind (leider) nicht so Kosmetik begeistert wie ich und somit fällt verschenken weg.
    Prinzipiell liebe ich die Auswahl, aber gerade wenn man öfter umräumt merkt man schnell was dann doch nicht oft genug benutzt wird. Und weil das MHD bei NK ja auch nicht so lange hält sortiere ich dann lieber aus -wäre ja schade drum!
    Liebe Grüße
    PS: In meiner ganz speziellen Schminki Exeltabelle führe ich seit 2014 jeden Neukauf auf und streiche Aufgebrauchtes. Akribisch. Ha, ich bin auch irre :D

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    1. Vielen Dank für dein liebes Feedback (: . Die Wegschmeiß-Lösung von Marie Kondo habe ich einfach gekonnt überlesen und für mich selbst mit "umnutzen und weitergeben" ersetzt x) .
      Awwwww, danke für dein Schminki-Nerd-Geständnis, jetzt komme ich mir wenigstens nicht mehr so allein damit vor x))) .
      FB-Wanderpakete sind auch eine gute Idee. Wir sollten unsere eigene Plattform zum NK-Tausch und NK-Verschenken/NK-Verkaufen gründen (: .
      Ganz liebe Grüße <3 .

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  3. Hey Theresa,
    ich finde es immer toll, wenn man sich Gedanken über seinen Konsum macht. Dass das bei jedem etwas anders aussieht ist doch klar!
    Mein Problem beim Aussortieren ist auch immer das wohin damit... Bei Kosmetik funktioniere ich vieles einfach um, da wird das Waschgel zur Handseife, die Gesichtscreme zur Bodylotion oder zur Fußcreme. Das funktioniert zum Teil ganz gut, nur meine Füße pflege ich wohl einfach zu wenig :-D
    Bücher bringe ich in die Bücherei, aber gerade Kleidung finde ich sehr schwer los zu werden. Kleiderkreisel bringt bei mir nicht wirklich Erfolg und dann stapelt es sich zuhause doch wieder...
    Liebe Grüße
    Jenny

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    1. Liebe Jenny,
      vieles wird auch bei mir umfunktioniert: Shampoo zu Handseife oder Waschmittel, Creme für die Füße...da ist alles dabei (: .
      Aber einiges, was vllt. noch fast voll oder sogar ungenutzt ist, weil man es sich nicht selbst gekauft hat, ist dann doch bei jemand anderem besser aufgehoben.
      Bücher habe ich teilweise verkauft (z.B. bei momox und regalfrei), viele habe ich in so ein Bücher-Tauschregal in meiner Stadt gegeben, wo sie bereits am nächsten Tag alle weg waren (: . Kleidung habe ich auch schon bei Kleiderkreisel verkauft, aber das meiste gebe ich in die Altkleidersammlung. Bei momox z.B. kann man seine Kleidung auch zu einem Festpreis verkaufen, das fand ich auch noch ganz interessant.
      Ganz liebe Grüße (: .

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